Immer wenn ich das Wort Klarheit höre, kommen in mir verschiedene Gefühlswelten hoch. Denn Klarheit zeigt sich nicht immer gleich.
Klarheit hat viele Gesichter
Die Klarheit des Wassers, sie hat etwas Beruhigendes, etwas Stilles, etwas Geborgenes und Verzauberndes. Vielleicht fällt dir noch etwas ein?
Die Klarheit in der Kommunikation, in Worte gefasst kann sie aufrütteln, Erleichterung verschaffen, aber leider auch schmerzen und tief verletzen.
Die Klarheit in der Luft, sie kann erfrischend sein, tief durchatmen lassen und gleichzeitig ziemlich kalt sein.
Die Klarheit in Beziehungen, sie kann tiefe Verbundenheit spürbar machen, stärken und auf der anderen Seite auch traurig und schmerzhaft sein.
Klarheit ist nicht immer angenehm
Mein Ausbilder, Trainer und Vorbild in respektvoller Kommunikation und Rhetorik, René Borbonus, sagte einmal auf der alljährlichen Respektbotschafter Convention:
„Klarheit ist nicht durchweg positiv – sie kann auch sehr schmerzhaft sein.“
Dieser Satz trieb mir damals Tränen in die Augen. Er bestätigte ein Gefühl, das ich schon lange in mir trug, mich aber nicht traute auszusprechen – geschweige denn, eine Entscheidung zu treffen. Einige Wochen später gingen mein damaliger Partner und ich getrennte Wege. Für die Partnerschaft, wie wir sie uns gewünscht hatten, hatte es nicht gereicht.
Manchmal braucht es einen Impuls, ein Erlebnis, eine Frage oder einen einzigen Satz, der Klarheit bringt. So klar, dass man sie nicht mehr übersehen kann.
Der Mut, hinzuschauen
Klarheit zu finden setzt eines voraus – egal um welches Thema es geht: den Mut, hinzuschauen. Etwas Unangenehmes anzusprechen. Eine Entscheidung zu treffen, wie es weitergehen soll.
Und ja – hinzuschauen ist in den meisten Fällen kein Kuchenessen. Es gleicht eher einer ziemlich bitteren Medizin.
Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen: Der Weg zur Klarheit war immer ein Prozess – einer, der mir in kleinen Schritten zugemutet wurde. Mein Unterbewusstsein hat dabei ganze Arbeit geleistet. Genau diese Erkenntnis möchte ich mit Dir teilen und dich ermutigen in den Bereichen deines Lebens Klarheit zu bekommen, in denen es dringend notwendig ist.
Die Erkenntnis: Kleine Schritte führen weit
Wenn es um große Veränderungen oder schwere Entscheidungen geht, dann starte mit kleinen Schritten. Denn der Weg zur Klarheit beginnt nicht mit einem großen Sprung – sondern mit dem ersten, mutigen Blick nach vorne.